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Entbunden
jeglichen Sinns
Zurück
in der Natur,
Freiheit und Weite pur,
Des Lebens Sinnlosigkeit
Seh' ich voller Zufriedenheit.
INHALT
Betrachtung
Nach dem Leben
möchte ich gerne
Ruhe haben.
Mögt Ihr, meine Lieben,
mich mit Urne
oder ganz vergraben,
sei's dies oder jenes,
ich will einfach nur
Meine Ruhe haben.
Kommt
mir nicht
mit Paradies,
Stein der Weisen,
dies, das und dergleichen,
heiliges Gewimmel,
Höllenschlund und
eine Ehrenrund'
im Sternenhimmel
zur grossen Stund.
Lasst
es gut sein
so wie es ist.
Ich will einfach nur
meine Ruhe haben.
INHALT
Licht oder Pflicht
Manchmal
weiss ich nicht,
Wo ich stehe.
Ist das Leben Pflicht oder Licht?
Bin ich blind? Oder ich sehe?
Gibt
es eine Antwort?
Wahrscheinlich nicht.
Ob im Hier oder Dort,
Ich selber bin's: Licht oder Pflicht.
INHALT
Ein Dichter wär ich gern
Ein Dichter wär ich gern,
Sei's klassisch oder modern.
Tolle Verse schreiben, ordentlich,
Mit Komma, Punkt und Strich.
Nun
bin ich Manager
Und führe ganztags Palaver,
Bin am verhandeln, delegieren,
Strapazieren und dinieren.
Ein
Dichter, das wär was!
Schreiben ohne Unterlass,
Mit Schönheit sich umgeben,
Durch Muse ganz entschweben ...
INHALT
Eine Begegnung im Gebirge
Einsam wandere ich durch die Bergwelt,
Die zauberhaft durch den Schnee ist erhellt.
Auf flinken Pfoten trippelt ein Fuchs aus dem Wald,
Schön, mit rotem Fell, Schweif und wohlgestalt.
Bis jetzt wurde er meiner nicht gewahr,
Ganz und gar als ob ich sei unsichtbar,
Ganz nah steht er, ich könnt ihn anfassen,
Doch ihm zuliebe will ich es belassen.
O kleiner Fuchs, ich will dich nicht erschrecken,
Doch weiss ich nicht wo mich verstecken.
Nun hast du mich trotzdem gesehen
Und gedenkst in wilden Sätzen Flucht zu begehen.
Schade, ich hätte dich gerne kennengelernt,
Hätte dir auch ein bisschen Brot geschenkt.
Da! - ein jäher Knall peitscht durch die Lüfte
Und zerreisst dir mit einem Schlag die Hüfte!
Dreimal, viermal überschlägt sich dein armes Wesen ...
Und das war's dann schon gewesen.
Tränen schiessen mir in die Augen ...
Ich hätte dich so gerne kennengelernt ...
INHALT
Antwort auf eine schriftliche Anfrage, ob ich Mittelsmann
zum Autoverkauf sein möchte
Nein, zum Autoverkauf tauge ich sicher nicht,
Denn das könnte besser ein jeder Wicht.
Mir liegt es mehr zu erzählen und zu dichten,
Einzelne Bilder zu philosophischen Netzen zu verdichten,
Den Menschen etwas Licht ins Herz zu bringen,
Sodass sie ihre kläglichen Gefühle bezwingen.
So bitte ich Sie sich einen anderen zu suchen
Und mich ob dieser Antwort nicht zu verfluchen.
Wahrscheinlich würde ich Ihre Autos sowieso verschenken
Und damit Ihre Gefühle völlig verrenken.
Sie sehen:
Mir geht es noch um Geld, noch um Gut,
Sondern einzig um des Herzens guten Mut.
INHALT
Einsamkeit
O Einsamkeit, Du fremdes Wesen,
Wie oft hab' ich Dich herbeigesehnt,
Wie oft wollt' ich an Dir genesen.
Nun bist Du da,
Und ich scheine innen zu verwesen!
O Einsamkeit, Du fremdes Wesen,
Ich mag Dich nicht, geh wieder fort!
Ich kann an Dir nicht genesen.
Ja, geh wieder fort,
Ich will wieder was war gewesen.
INHALT
Lust und Qual
In meiner Jugend hing
Ich oft der Lust nach,
Worauf, oh Widersinn,
Mich stets die Qual stach!
Jetzt ist mir Lust und Qual
Gewiss ganz einerlei.
Ja, einerlei sind sie
Und nichts als Gaukelei.
Ob betäubendes Höllengeschrei,
Ob betörender Engelssang,
Lasst sein die Zänkerei
Und erschafft euch Müssiggang!
INHALT
Gotama
In holden Stunden
Unter dem Feigenbaum,
Ist das Leid entschwunden
Wie im Liebestraum
Gefunden hat Erlösung
Der edle Gotama,
Nicht durch Vergötterung
Noch durch Brahma.
Des Leidens Kreislauf
Hat er gesehen
Und dem üblen Gerauf
Ein Ende versehen.
Erhört die Lehre
Dieses edlen Weisen,
Und nehmt die Ehre
Gotama zu preisen.
Erkennt das Leiden
Und dessen Grund,
Wisst, ihr könnt es meiden
Durch Tugend ganz profund.
Frost
Ende April
Bang steht die Blütenpracht
Im kalten Winterwind.
Der Frost kam über Nacht
Und mit ihm der Tod geschwind.
Tot hängen die Blüten
Am traurigen Baum,
Niemand konnte sie behüten,
Vorbei ist der Liebestraum!
INHALT
Wenn
ich heute stürbe
Wenn ich heute stürbe:
Was wäre mein Leben,
Nehmend die letzte Hürde,
Bereit zu entschweben?
Lasst mich nachdenken,
Ich habe viel getan,
Von freuen und schenken,
Bis hin zum Blödian.
Bäume, Flüsse, Tiere und
Seen waren mir Freund,
Hatte mit Menschen keinen Bund,
Der mir die Seele umzäunt.
Stets liebte ich die Natur,
War Bruder der Bäume,
Gast, Durchziehender nur
Und zu haben für alle Träume.
Habe ich gesündigt?
Vielleicht ja, vielleicht nein:
Die Menschen habe ich nie geliebt,
Nur Baum, Fluss und Tier allein.
INHALT
Gedichte
und Weisheit
So manches Gedicht
Hab ich schon geschrieben,
Und noch immer ist
Meinem Geist nichts beschieden.
Noch nicht kenne ich
Die wahren Gesetze,
Und es scheint,
Dass ich noch alle verletze!
Woran es wohl liegt,
Dass die Dummheit immer siegt?
Woran es wohl liegt,
Dass der Weisheit Quelle versiegt?
Möge mir armen Dichter
Doch die Weisheit zuteil,
Um zu finden Ruhe
Und das allergrösste Seelenheil.
Vor langer Zeit geschah
Es in einer holden Stunde,
Worauf sich über die Welt
Verbreitete die frohe Kunde.
Den edlen Gotama
Überkam Erleuchtung fein,
Schöner als Gold und Diamant
Und der feinste Sonnenschein.
Was gäbe ich darum,
Könnt ich dich verstehen,
Doch solch tiefe Einsicht
Ist mir verwehrt - muss ich gestehen.
So nehme ich deinen Rat an,
O du edler Gotama,
Und werde suchen und suchen
Bis ich ihn finde, den hohen Brahma.
Viele Leben werde ich
Noch kommen und gehen,
Viele Leiden ertragen -
So wirds geschehen.
Doch auch mir wird eines Tages
Deine hohe Einsicht zuteil,
Und auch ich werde eines Tages
Verkünder von Seelenheil.
INHALT
Auf
dem Weg zur Arbeit
Frühes Aufstehen bereitet mir Mühen,
Denn ich vermag um fünf Uhr nicht erblühen,
Und bin ich auf dem Weg zur Fabrik,
So zermürbe ich mich mit Selbstkritik:
All zu hart verdiene ich unser Brot,
Geradeso wie jeder andere Idiot.
Warum bloss arbeiten wir gegen unseren Willen,
Verlieren Persönlichkeit und ärgern uns im Stillen?
Doch empfindet nicht jeder seine Bürde am schwersten,
Geradeso als müsste man daran zerbersten?
Ein Trost ist mir die morgendliche Stimmung,
Denn deren Huldigung bringt mentale Reinigung;
Die Kühle, der Vögel Gesang,
Ein wunderschöner Sonnenaufgang,
Der Wind, der sanft durch die Blätter streicht
Und ein Igel, der durch die Wiese schleicht -
Was schöneres gibt es auf der Welt?!
INHALT
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