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Buchvorstellung

Buch -- Rad fahren und Nirwana
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Staunende Menschenmenge, Indien
Manuskriptvorstellung



Vorwort zum Buch

Liebe Leserin, lieber Leser

Wir wollen mit diesem Buch versuchen, wie der Titel bereits besagt, eine Biographie eines bekannten Weisen, Sehers, Lehrers und Propheten zu erstellen, dessen Namen wir aus verschiedenen Gründen nicht nennen wollen. Manche würden vielleicht, wüssten sie seinen Namen, zu eifrigen und unkritischen Leser, andere vielleicht unsere Darstellungen höhnisch ablehnen und andere wiederum das Buch gar nicht erst zur Hand nehmen und lesen, denn die Person dieses Weisen und Propheten ist alles andere als unumstritten und über seinen Lebenslauf und seine Taten kursieren die unglaublichsten und ungeheuerlichsten Gerüchte. Um diesem entgegenzutreten und weiteres Aufbrodeln in den Gerüchteküchen zu verhindern, haben wir beschlossen, ihm einen anderen Namen zu geben und kamen, nach längerem Nachdenken und Aussortieren, auf Issa. Wir halten Issa als Namen für den Weisen und Propheten als absolut geeignet, denn würden wir ihn zum Beispiel Fritz, Hans oder Erich nennen, so würden die mit den Namen verbundenen Assoziationen des Lesers ein falsches Bild auslösen und es könnte das Gefühl entstehen, es handle sich bei besagtem Mann um etwas wie einen lieben, gutmütigen Onkel. Aus diesem Grund haben wir Issa gewählt, denn dieser Name ist in unseren Kulturkreisen unbekannt, woraus es für den Leser schwieriger, ja fast unmöglich wird, mit diesem Namen festgelegte Assozaitionen aus seinem Denken abzurufen. Um kein Stückchen seiner wahren Identität preiszugeben, haben wir es auch tunlichst vermieden, die richtigen Ortsnamen seiner Aufenthalte zu verwenden und geographische Gegebenheiten seiner Geschichte, sofern sie nicht eng mit seinem Werdegang verbunden sind, nicht mit Namen zu nennen. Auch haben wir an sämtlichen Personen aus seinem Umfeld eine Namensänderung vorgenommen, sie schlicht "Mönch" oder "Mutter" genannt, "Schüler" oder "Freund", oder ihnen einen gänzlich anderen Namen gegeben, der keine Rückschlüsse auf die wirkliche Identität der Personen erlaubt, denn es ist uns ein wichtiges Anliegen, um nicht zu sagen eines der wichtigsten, die wahre Identität des Weisen und Propheten, zumindest im ersten Teil seiner Geschichte, im Dunkeln zu belassen, um uns vollständig auf seine Persönlichkeit, auf sein Wesen konzentrieren zu können.

Erst bei den Vorbereitungen zu dieser Biographie wurde uns der enorme Umfang dieser Arbeit bewusst. Weil es nur sehr wenig erhaltene Dokumente aus seiner Zeit gibt, die zum Teil noch unvollständig sind und sich widersprechen, wurde unsere Arbeit erheblich erschwert, jedoch noch viel mehr durch den bereits oben erwähnten Umstand, dass über seinen Lebenslauf und seine Taten die unglaublichsten Gerüchte kursieren, die sein ganzes Sein und Tun in einer Legende versinken lassen. Dieses kommt wohl daher, dass zu seiner Zeit die Buchdruckerkunst noch nicht bekannt war und die wenigen Dokumente von damals stets von neuem wieder abgeschrieben und in andere Sprachen übersetzt wurden, was über die Generationen unzweifelhaft zu gewissen Verfälschungen führte. Hinzu kommt, dass wohl oft die unter dem einfachen und ungebildeten Volk kursierenden Gerüchte mit der Zeit zum Teil Aufnahme in die verschiedenen Abschriften fanden und so die Verfälschungen weiter vorantrieben. Wir können auch nicht ausschliessen, dass gewisse Legenden und Gerüchte um seine Person aus politischen Zwecken geschaffen und gepflegt wurden, dies aus dem Grund, weil die Völker verschiedenster Länder ihn stets verehrten und die Mächtigen in ihm somit ein Werkzeug zur Manipulation der Volksmassen gefunden haben. Dass solches Vorgehen jeglicher menschlichen Grösse und Ehrlichkeit entbehrt und in krassem Gegensatz zu seiner Berufung steht, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden. Wir haben uns deshalb bei dieser Biographie an einen möglichst genauen, historischen Rahmen gehalten, doch die Tatsache, dass über seinen Lebenslauf verschiedene Versionen existieren, die oft noch in deutlichem Widerspruch stehen, erforderte eine jahrelange und intensive Nachforschung, welche uns zu der naheliegensten und historisch am besten fundierten Version führte, welche beinahe vollständig beweisbar ist. Jedoch ist dieser historische Rahmen seines Lebenslaufs nur die Basis unserer Biographie. Uns interessiert weniger, wo und wann er was genau getan hat und mit welchen Ehrungen er ausgezeichnet wurde, sondern uns interessiert mehr sein innerer Werdegang, sein Gefühlsleben, seine Mentalität, wie er sich vom Kind durch viele Lehrer und seinem Verständnis zum Weisen und Propheten entwickelte und was in ihm dabei vorging.

In der Epoche seines Lebens und an den Orten wo er sich aufhielt, glaubten die Menschen an die Inkarnation, an die Wiedergeburt. Grosse Gelehrte erläuterten sie immer wieder Interessierten und sie war fester Bestandteil der damaligen Wissenschaft. Diesem Umstand haben wir Rechnung getragen, denn seiner Geburt, so die Überlieferung, soll ein weiser und fast vollendeter Mensch, der ein hohes Greisenalter erreichte, vorausgegangen sein. Wie dem auch sei, ob nun die Inkarnation eine Realität oder bloss ein Ausweg, eine Flucht vor der Todesangst des Menschen ist, nichts desto trotz spielte sie im Leben des Weisen und Propheten Issa eine wichtige Rolle und daher können wir, der Vollständigkeit halber, nicht darauf verzichten und kommen nicht darum herum, die Wiedergeburt zu erwähnen und das damalige Gedankengut der Inkarnationslehre teilweise zu erläutern, soweit es Issas Lebenslauf und Werdegang betrifft.

An dieser Stelle erachten wir es als hilfreich, noch ein paar Worte über die damalige Wissenschaft zu verlieren, denn diese basierte auf einer ganz anderen Einsicht als die heutige, die unsere. Diese kurze Ausschweifung ist auch nötig, um den Inhalt des vorliegenden Buchs überhaupt verstehen zu können. Man kannte damals keine empirische, das heisst von jedermann durch Experiment nachvollziehbare Wissenschaft, denn sie begründete ausschliesslich auf persönlichen Erfahrungswerten. Wohl ist auch diese antike Wissenschaft in ihrer Art und Weise empirisch, auch sie konnte nachvollzogen werden, dies jedoch nicht mit einem chemischen oder physikalischen Experiment im Labor, sondern nur unter dem Einsatz seines Lebens, das heisst, man musste sein ganzes Leben, Streben und Sein in dieses eine Experiment vertrauen, um die Aussagen der damaligen Wissenschaftler zu begreifen und sie für sich persönlich verstehen zu können. Das problematische daran war, dass man diese Wissenschaft nicht in Worten aufklärend beschreiben konnte, denn es war keine Wissenschaft der Intelligenz und des Verstandes, sondern eine Wissenschaft, die das Unbegreifliche und Unaussprechliche zum Forschungsobjekt hatte, was zur Folge hat, dass uns diese Wissenschaft nicht empirisch erscheint, obwohl sie es unzweifelhaft ist, nur ist der Nachweis viel schwerer zu erbringen und nicht für jedermann von heute auf morgen rekonstruierbar.

Um diese Wissenschaft verstehen zu können, muss man sich einer anderen Sichtweise bedienen, man muss versuchen, die Welt mit anderen, geöffneten Augen zu sehen, denn es ist eine Tatsache, dass unser Verstand nur einen Bruchteil der wahren Welt versteht und dass viele Beziehungen und Verwandtschaften der Natur und des Lebens mit der Intelligenz schlicht nicht erfassbar sind. Früher war es eine Binsenwahrheit, dass der, der sich das Denken zur Hauptsache in seinem Leben macht, es zwar weit bringen kann, aber dennoch den Boden mit dem Wasser verwechselt und als Folge davon in seinen Gedanken jämmerlich ertrinken wird. In der Tat gleicht es einem rührenden Kinderglauben, zu meinen, dass der Verstand die Welt und das Universum vollumfänglich erfassen kann, denn es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass unser Verstand nur dreidimensional ist, während die Natur in Wahrheit multidimensional ist und somit in ihrem wahren Wesen gar nicht durch den Verstand begreifbar gemacht werden kann.

Es gibt noch einen weiteren und sehr wichtigen Unterschied, ja wahrscheinlich der wichtigste, zwischen diesen zwei Wissenschaften. Unsere heutige Wissenschaft, die die Vermehrung des intelligenten Wissens zum Ziel hat, endet niemals in einer letzten Wahrheit, sondern stets mit mehr Fragen. Jede Erkenntnis, sei sie auch noch so klein, wirft unumgänglich unzählige neue Fragen auf, jedes Plus an intelligentem Wissen bedeutet ein Plus an Fragestellungen, von welchen wiederum jede, kommt es von der Frage zur Erkenntnis, unzählige neue Fragen aufwirft. Die antike Wissenschaft war in dieser Beziehung gänzlich anders geartet. Diese Wissenschaft brachte wahre Erkenntnis mit sich, denn jedes neue Verstehen bedeutete nicht automatisch neue Fragen, sondern resultierte in grösserer Klarsicht. Die antike Wissenschaft hatte somit etwas, was die heutige nicht besitzt, nämlich einen Schlusspunkt, ein Final, ein zu erreichendes Ziel. Letztgenanntes war auch Sinn und Zweck der antiken Wissenschaft, nämlich den Mensch zu Vollkommenheit zu führen, zu seinem letzten Ziel. Dieses ist letztendlich auch der Grund, warum die damalige Wissenschaft nicht empirisch erscheint, denn echte Wahrheit liess sich noch nie aufklärend in Worte fassen oder in einem Laborexperiment für jedermann nachvollziehen. Wahrheit wird nur gelebt, nie doziert.

Nun noch ein Wort zum folgenden Text: Wie abgerundet und in sich geschlossen, logisch erkennbar und nachvollziehbar die vorliegende Beschreibung dieses Lebenslaufs auch erscheinen mag, so müssen wir doch eingestehen und bekennen, dass wir ausserstande sind, die genauen Fakten und Umstände des Werdegangs des Weisen und Propheten Issa vollständig und lückenlos wiederzugeben, denn sein Leben liegt viele Generationen zurück und vieles wurde, wie bereits erwähnt, durch die nachfolgenden Geschlechterfolgen und den Lauf der Zeit zugedeckt und zu einem grossen Teil unwiederbringlich verschüttet. Nichts desto Trotz erscheint es uns äusserst wichtig, die von uns in Erfahrung gebrachten Umstände und Geschehnisse von Issas Werdegang aufzuzeigen und einem breiteren Publikum zu eröffnen. Wir tun dies nicht für die wenigen Spezialisten und Gelehrten, die ihr Dasein der Erforschung seines Lebenslaufs gewidmet haben, sondern für den Laien, der daraus, so unsere Ansicht, einen grösseren persönlichen Nutzen ziehen kann.

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