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Buch -- Rad fahren und Nirwana
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Gereimtes

I.

In den letzten Wochen, Tagen und Stunden
Hab ich viel über mein Leben nachgedacht.
Was hab ich getan, erlebt, was hab ich gefunden,
War ich gut, war ich bös, war ich unbedacht,
Hab ich Weisheit gesucht, meinen Geist entbunden
Oder die Zeit vertrödelt in Niedertracht?
Die Beantwortung der Frage ist nicht leicht,
Denn manches scheint weit und unerreicht.

Um mich anzunähern an eine Antwort
Wird mein ganzer Werdegang rekonstruiert,
So werde ich die Lösung finden - nicht sofort,
Jedoch auf solider Basis gut fundiert.
Und gehe ich in Wahrheit vor - in einem fort,
Ist die Antwort annehmbar und autorisiert.
Gut - der Weg zur Lösung ist gefunden,
Worauf ich anfangen kann unumwunden.

II.

Geboren bin ich in gutbürgerlichem Haus,
Hab gute Erziehung genossen - eben bürgerlich,
Die Kindheit verbrachte ich in Saus und Braus,
Doch danach sollte etwas werden aus meinem Ich.
Die Lehrerschaft aber machte meinem Geist den Garaus -
Und zwar gründlich und schauerlich -
So dass ich oft floh von Heim und Herd,
In den Wald, der mir erschien liebenswert.

So manche Pflanze lernte ich kennen, manchen Baum,
Stunden verbrachte ich bei meinem Freund - dem Fluss.
Es war eine reiche Zeit, fast wie in holdem Traum.
Diese Zeit machte mir bewusst all den Verdruss,
Die Zwänge der Menschengesellschaft, den Zaum,
Die Gefangenschaft des Weltlichen, das harte Muss,
Und hätte ich den noblen Grossvater nicht gekannt,
So wäre ich verkommen zu einem üblen Querulant.

Grossvater hatte eine grosse Bibliothek, Bücher überall,
Leo Tolstoi, Hermann Hesse waren ihm wohlbekannt,
Dazu schrieb er Gedichte wie „Die schöne Nachtigall“,
Er war gebildet, sanften Wesens und sicher auch charmant,
Und: Er teilte mit mir die Liebe zum Wald, zum All,
Den Bäumen, den Tieren: Wir waren geistig verwandt!
Wie schon gesagt: Hätte ich Grossvater nicht gekannt,
Wäre ich verkommen zu einem üblen Querulant.

Er wurde älter und sein Körper mürb und ausgelaugt,
Es kam wie es kommen musste: Grossvater starb.
Es schien mir: Gott hat ihn mir genommen unbefugt,
Und in meinen Gefühlen klaffte eine Wunde, eine Narb’,
Wohin ist er wohl gekommen? Ich sah wie ihr in trugt
Zum Grab, das geschmückt war mit allerlei Farb’. -
Weg war er! ... Ich habs später fast überwunden -
Doch, Grossvater, ich fühle mich bis heute mit dir verbunden.

III.

Mein weiterer Werdegang war gezeichnet durch Kampf,
Denn die Schule vermochte mich nicht zu erfreuen,
Vieles erschien mir als purer, unnützer Krampf,
Lernen, lernen, lernen - wie soll man sich da erneuen,
Die mentalen Kräfte erfrischen? Zuviel des Kampf!
Mit der Zeit lernte ich mich mental zu zerstreuen,
Doch fand ich an der Schule keinen Gefallen
Und des Öfteren wollte mir Depression anfallen.

Hinzu kam ein völlig neues, unbekanntes Problem,
Ich hatte mich plötzlich Hals über Kopf verliebt!
Dieser Umstand war alles andere als bequem,
Denn sie erwiderte Gefühle nicht und tat wie ihr beliebt’.
Ich schrieb ihr Gedichte, widmete ihr einen Poem,
Doch es schien sie bemerkte nicht, dass es mich gibt.
Dieser Umstand liess mich sinken in Depression,
Weil auf meine Zuneigung kam keine Reaktion.

Erst Jahre später konnte ich sie endlich vergessen
Und die Marter aus meinem Geist entfernen.
Ich kannte ein Mädchen, die schien angemessen,
Und wir liebten uns inniglich unter den Sternen.
Über ein Jahr liebten wir uns mehr als versessen,
Worauf sie sagte: „Ich will mich von dir entfernen!“
Was war mir geschehen? Wie war mir passiert?
O wie schlecht ist die Welt, wie bös alles versiert!

Ich wollte kein weiteres Dasein, war des Lebens müd,
So schlimm wie das Leben kann der Tod nicht sein!
Doch kam Besinnung: Solch ein Tod wäre verfrüht,
Und es geziemt sich mehr zu stehn in Sonnenschein,
So dass das Leben auflebt und in einem fort blüht,
Brilliant, glänzend wie der schönste Edelstein.
Die Welt will ich entdecken, fremde Länder sehn,
Mich kümmern um die Seele und das Wohlergehn.

IV.

Heim und Herd verliess ich bald, ging hinaus in die Welt,
Liess die Seele frei atmen, liess sie blühen und walten,
Kam weit herum, übernachtete unterm Himmelszelt,
Und nichts an Glück und Wohl war mir vorbehalten.
Heimatlos war ich geworden, zu den Hauslosen gesellt -
Was schöneres gibt es, wenn nur Glück bleibt zu verwalten?
Kein Gram, kein Streit und kein Ärger störten mich,
Ich erreichte das reine und pure, das göttliche Ich.

Mehrere Jahre verblieb ich auf hausloser Wanderschaft,
Frei wie die Vögel, umherschweifend, machend was gefiel,
Die Welt war schön, voller Zauber und märchenhaft,
Es gab kein Ziel und alles erschien wie Kinderspiel.
Ich verstand Krischna, Buddha und Jesus fabelhaft,
Erhörte ihre Lehren und machte sie mir zum Ziel.
In all dieser Zeit bin ich sicher kein Heiliger geworden,
Doch scheint: Mich hat das Glück auserkoren!

V.

Nach langen Jahren lernte ich eine Frau kennen,
Hübsch, mit gutem Herz und scharfem Verstand,
Ja!, Sie wollte ich zu meiner Frau ernennen,
Ja!, Mit ihr wollte ich treten in den Ehestand.
Für viele mag das verrückt sein - muss ich bekennen,
Nach absoluter Freiheit werfe ich alles hin provokant!
Ja! Ich mag ihr Herz an meiner Seite nicht missen,
Und so nehme ich ein neues Leben an im Ungewissen.

Seit langer Zeit leben wir nun in Frieden zusammen,
Es war eine gute Wahl, sie zur Frau zu nehmen,
Denn unsre Herzen können ob der Liebe neu entflammen.
Mein Leben ist zwar beladen mit neuen Problemen,
Denn Familie zu unterhalten führt zu gewissen Schrammen,
Die ich jedoch mit der Kraft der Weisheit verstehe zu nehmen.
Alles in allem ist unser Leben positiv und erbaulich,
Selten mit Ärger, die Liebe hat überhand unabänderlich.

VI.

In den letzten Wochen, Tagen und Stunden
Hab ich viel über mein Leben nachgedacht.
Was hab ich getan, erlebt, was hab ich gefunden,
War ich gut, war ich bös, war ich unbedacht,
Hab ich Weisheit gesucht, meinen Geist entbunden
Oder die Zeit vertrödelt in Niedertracht?
Die Beantwortung ist nun greifbar nahe,
War es gut, war es schön? Ja! Ich bejahe!

Sicher hab ich auch Schmerz und Unmut erfahren,
Hab gezaudert, gezögert, gezweifelt und war depressiv,
Doch konnte sich aus dem Schmerz das Positive offenbaren
Und nur dadurch wurde es letztlich auch lukrativ.
Gut und böse müssen sich immer aufs Neue paaren,
Damit wir endlich lernen zu urteilen objektiv.
Gäbe es das Schlechte nicht, wäre auch das Gute nicht.
So wirkt schlussendlich das Böse nur als Vergissmeinnicht.